Welche (Aus)Wirkung Koffein auf deinen Körper hat!

Heute möchte ich gerne einen Gastartikel von Jana Deichsel mit dir teilen. Es geht um Koffein – sehr spannend, wie ich finde. Gerade wenn es um innere Ruhe oder Stress-Auslöser geht. Viel Inspiration damit.

Versteckte Stress-Auslöser oder ein Weg zu innerer Ruhe

Kennst du auch dieses Gefühl? Man hat doch eh schon genug um die Ohren und wenn dann endlich mal etwas freie Zeit da ist, fühlst du dich innerlich total gestresst, bist unruhig und kannst einfach nicht abschalten.
Bei mir hat es mehr gebraucht als gutgemeinte Tipps alá „Entspann dich doch einfach mal“ oder „Tu doch einfach was für dich“ und die Meditations-CD meiner Krankenkasse, um meinen Stress los zu werden und sind wir mal ehrlich, würden all die Standard-Stressbekämpfungsmethoden die man so ans Herz gelegt bekommt richtig gut helfen, wären wir alle tiefenentspannt und würden das ganze Leben grad so wuppen, als wär nichts.

Einen wichtigen Punkt, der oft komplett übersehen wird, möchte ich mit dir teilen:

Stell dir mal vor: Du wünschst dir ein besseres Gleichgewicht, signalisierst deinem Körper durch deine Lebensweise aber ständig „Du bist in Lebensgefahr“. In deinem Körper ist ständig das Licht angeknipst. Du jonglierst mit vielen Bällen, ohne Pause…

Grund dafür ist der geliebte Kaffee. Latte Machiatto. Red Bull. Cola. Schwarztee. Denn sie haben alle eins gemeinsam – Koffein.

90% der Erwachsenen in der westlichen Gesellschaft nehmen täglich Koffein zu sich – ein Großteil davon durch Kaffee. Doch auch in Cola und co. steckt die heißgeliebte, anregende Substanz, welche wir so gerne zwischen Windeln wechseln und Frühstück machen mit unserem Kaffee schlürfen und ohne die mit uns eigentlich des Öfteren kaum etwas anzufangen ist.
Ich musste erst die Hintergründe verstehen, bevor ich meinen geliebten Kaffee Goodbye winkte und will dir das ganze deswegen genau so erzählen.

Es ist alles eine Frage der Hormone

Das endokrine System, unser Hormonsystem, ist super machtvoll und hat bei Themen wie Stoffwechselaktivität, Wachstum/Entwicklung und Fortpflanzungsfähigkeit das Sagen. Hormone können innerhalb von Sekunden, oder erst nach mehreren Stunden wirken.

Sie beeinflussen einfach alles, unser Aussehen, Wohlbefinden und alle Körperfunktionen Tag für Tag.
Das endokrine System hat einen Hauptcomputer, welcher im Gehirn sitzt, die Hypophyse. Sie steuert die Hormonproduktion und bestellt, vereinfacht gesagt, an den jeweiligen Produktionsstellen das, was gerade gebraucht wird.
Wenn wir nun also, in welcher Form auch immer, Koffein zu uns nehmen, informiert das Koffein die Hypophyse „Es wird Adrenalin gebraucht“. Die Hypophyse schickt brav seine Botenstoffe los, in dem Fall zu den Nebennieren und diese beginnen sofort, Adrenalin freizusetzen.

Du kennst das Gefühl, wenn du einen Adrenalinschub hast, oder?

Du erschrickst, zuckst zusammen, der Puls ist plötzlich hoch, du atmest schneller und der ganze Körper steht unter Spannung. Adrenalin ist ein Kurzzeit-Stresshormon und wirkt nur 1-3 Minuten lang. Seine Aufgabe ist es, dich schnell aus der Gefahrenzone zu retten oder dich aus voller Kraft kämpfen zu lassen – die Kampf- oder Flucht Reaktion.

Aus evolutionstechnischer Sicht wurde Adrenalin somit immer nur ausgeschüttet, wenn akute Lebensgefahr bestand und man entweder fliehen oder kämpfen musste.

Körperlich gesehen hat dies folgende Auswirkungen:

Das Blut wird weg vom Verdauungsapparat, dem Fruchtbarkeitstrakt usw. hin in die Arme und Beine geleitet. Zudem braucht es für Flucht oder Kampf die am schnellsten verfügbare Energie (Glukose, also Zucker/Kohlenhydrate), welche aus den Speichern in Leber und Muskeln freigesetzt wird. Das Fett bleibt zurück, weil die Fettverbrennung länger dauert, der Blutzuckerspiegel steigt und man bekommt einen Energieschub. Ist diese Energie aufgebraucht schreit der Körper nach mehr – es folgt: Heißhunger auf Zucker, Süßkram, Kohlenhydrate… (da wir heute aber nach dem Mittagessen nicht schon wieder naschen wollten, wäre doch vielleicht ein Kaffee mit 2 Zucker eine Idee…?)

Man hat kurzzeitige Energie, ist jedoch innerlich angespannt, die Gedanken rasen und man kommt trotz aller Anstrengungen nicht zur Ruhe denn für den Körper herrscht ja gerade Lebensgefahr.

Hält das Adrenalin, was ja nach einem kurzen Schreck nach max. 3 Minuten wieder weg ist, jedoch länger an, wie z.B. durch stetige Koffeinzufuhr, wird nach ca. 10 Minuten das Dauerstress-Hormon Cortisol ausgeschüttet. Dieses ist in geringen Mengen wichtig, z.B. um morgens wach zu werden. Ist es einmal in höheren Mengen da, bleibt für 3! Wochen in deinem Körper.  Der einzige Dauerstress den es bei unseren Vorfahren letztendlich gab, war Nahrungsknappheit, ausgelöst durch Kriege oder durch Dürren.

Jetzt ist der Körper nun also auf Nahrungsknappheit gepolt…

…er wird ganz sicher dafür sorgen, dass die Packung Kekse schneller und bis auf den letzten Krümel leer wird als du es realisieren kannst. Gleichzeitig wird der Stoffwechsel und die Fettverbrennung aber auch verlangsamt, denn bei Nahrungsknappheit muss man alles anlagern, was man kriegt. Nun wollen wir Frauen aber doch ab und zu schlank sein und ein paar Fettpölsterchen weniger haben und setzen uns dafür teilweise ganz gewaltig unter Druck.

Wir wachen morgens teilweise schon mit dem Gedanken auf „Schaffe ich es heute irgendwie zwischen Schule und Kindergarten noch ins Fitnessstudio um etwas für MICH zu tun“ und Mitte der Woche kommt der Schreck „Nein, wieder fast ne Woche rum und ich habe nicht EINmal Sport gemacht“ – Und schon sind wir wieder im Stress-Teufelskreis und machen uns erstmal einen Kaffee, um die Stimmung zu heben.
Klar, hier geht es letzend Endes nicht um die Kilos, es geht darum, zu verstehen. Zu erkennen, welch große Auswirkungen Kleinigkeiten wie die tägliche Tasse Kaffee doch haben können.

Das beruhigende und angstlösende Sexualhormon Progesteron wird durch zu viel Cortisol erniedrigt. Nach ein paar Tassen Kaffee wird selbst die entspannteste und gelassenste Frau innerlich zappelig. Zudem wird, besonders durch einen „Gute-Nacht-Kaffee“ unser „Ruhe- und Reparaturmodus“, der Parasympathikus, blockiert, da Koffein seinen Gegenspieler, den Sympathikus aktiviert. Dabei ist die schützende Wirkung des Parasympathikus auf das Herz und somit auf den ganzen Organismus essenziell wichtig und mindert das Risiko für Erkrankungen aller Art erheblich.

So toll und schlau unser Körper auch ist, er ist nicht dafür gemacht, Tage, Wochen, Jahrelang ohne Pausen auf Alarmbereitschaft zu laufen

Nein, ich will nicht alles auf die eine Tasse Kaffee schieben. Ich will nur deutlich machen, dass dieses kleine, unscheinbare Puzzleteil große Auswirkungen hat und somit einen kritischen Blick auf die Ernährung wert ist.

Da ich meinem Körper weder dauerhaft Lebensgefahr noch Nahrungsknappheit signalisieren will, verzichte ich inzwischen komplett auf Koffein und genieße dafür eine tiefe und innere Ruhe.

Ich lade dich ein, falls du Kaffee, Cola oder Schwarztee trinkst, den Selbstversuch zu wagen und zumindest mal 1 Woche darauf zu verzichten.

Eine kleine Woche in deinem langen, langen Leben. Trink eine schöne Tasse Kräuter- oder Früchtetee stattdessen, das macht es dir einfacher.

Ich wünsch dir eine tiefenentspannte Kaffeepause,
es grüßt dich
Jana Deichsel

P.S. du denkst, dass auch ein Verzicht auf Kaffee dich nicht mehr aus deinem Stress retten kann? Komm in meine Facebookgruppe „Goodbye Stress – Hallo Leben!“ (klick hier) für weitere Tipps oder persönliche Begleitung.

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